Sahab Resort & Spa by Al NahdtSahab Resort & Spa by Al Nahd

4 Sterne

Schroffe Felsen, die sich tausende von Meter auftürmen, als hätte Gott selbst eine riesige Baustelle eröffnet. Getaucht in ein spektakuläres Licht, das permanent von einem Leben vor unserer Zeit erzählt. Gebete eines Mullahs liegen blechern per Lautsprecher in der Luft, angereichert mit orientalischen Gewürzen, der Blick schweift über weite Täler, die so unberührt erscheinen, als hätte Jesus gerade auf Ihnen gepredigt oder es wäre soeben Gott erschienen. Ein völlig neuer Sinn des Lebens hält Einzug in unser Leben. Irgendwie scheint der Zugang zur Unendlichkeit genau hier möglich.
Es geht in den Oman. Natürlich könnte man hier mit Oman Air fliegen, wir wählen dennoch Emirates über Dubai, um im Anschluss noch einige Resorts in Dubai und Bahrain zu besuchen. Das bedeutet: 5,5 Sunden Flug von München nach Dubai, zwei Stunden Aufenthalt und kurze 40 Minuten der Anschlussflug nach Muskat. In das von uns gewählte Vier Sterne Sahab Resort & Spa geht es zunächst auf einer Schnellstraße und dann auf Serpentinen rauf, auf über 2.000 Meter, in ungefähr weiteren 2,5 Stunden. Aber so weit sind wir noch nicht. Es ist 5:30 morgens, wir sind mit moderaten 120 km/h vor Sonnenaufgang auf besagter Schnellstraße unterwegs. Plötzlich hält unser ganz in einen weißen Kaftan gehüllter Fahrer an einem Gebäude an, das am Straßenrand liegt, springt ohne weitere Erklärungen hastig aus dem Fahrzeug und läuft auf ein Haus zu. Links und rechts von uns halten ebenfalls eilig Lastwagen, Geländewagen, Limousinen. Fluchtartiges Verlassen der Fahrzeuge bei laufenden Motoren, es ist nicht einmal Zeit bisweilen, die Türen zu schließen. Was hierzulande als Faux pas in der Dienstleistung angesehen würde, ist im Oman nunmal Gang und Gäbe: Um bestimmte Uhrzeiten muss gebetet werden. Und daran ändert auch unsere etwaige Erschöpfung und der Wunsch anzukommen nichts. Der Fahrer ist zurück und schwingt sich wortlos, ohne weitere Erklärungen wieder auf den Fahrersitz, Motor läuft noch, weiter geht’s. Wir sind amüsiert über das Geschehen, das bei uns so sehr undenkbar wäre. Das in Deutschland eine sofortige Kündigung nach sich ziehen würde.
Eine kurze halbe Stunde später versucht ein sensationeller Sonnenaufgang inmitten der steinigen, kahlen – so typisch Oman – kargen Berge alle Fragwürdigkeiten wieder wett zu machen. Mit einem satten, filmreifen, orangefarbenen Licht, hinter scharf gezeichneten Bergketten. Wir kriechen im ersten Gang eine nahezu 40 Grad steile Steigung hinauf. Gottseidank auf bestens befestigten Straßen, so dass das steile Abfallen neben der Straße nicht lebensbedrohlich wirkt. Immer weiter, mit heulendem Motor, schieben wir uns durch Haarnadelkurven, bis die Berggipfel in sanftem rötlichem Nebel neben uns liegen. Dann ein behütetes Tal inmitten der Bergspitzen, das sich im Sonnenaufgang räkelt. Direkt am Abhang, mit weitem Blick über unberührt wirkende Natur, das Sahab Resort & Spa. Eine kleine Villenanlage mit 27 liebevoll gestalteten Zimmern, das mit einer Aussichtsplattform in eben jene ungekannte Stimmungswelt überrascht. Der Blick in ein anderes Jahrhundert.
Feste Schuhe sind Pflicht und Highheels können getrost im Koffer verweilen. Das wird besonders offensichtlich als es gilt, in einem mehr als ursprünglichen Dorf, entlang der Gebirgskette, auf einem schmalen Grat, der rechts neben uns 2.000 Meter abfällt und wir uns links an lebensrettenden Büschen festklammern müssen, um wieder zu unseren Fahrzeugen zu gelangen, entlang zu balancieren. Ein Abenteuer das hierzulande vom TÜV gar nicht erst zugelassen würde. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schultern, nach Bewältigung dieser wohl nicht alltäglichen Gefahrensituation.
Am nächsten Morgen geht es mit einem Tag Verzögerung zurück auf Meeresspiegelhöhe, in das von Muskat in gegengesetzter Richtung eine Stunde entfernte Vier Sterne Dunes by Al Nahda Resort & Spa, das am Rande einer hunderte von Kilometer großen Wüste liegt. Mit einem einladenden Empfangsdeck, das ein wenig an die Malediven erinnert, Buggys, die zu den Zimmern, pardon, Zelten geleiten, einem Restaurant im Freien und einem Spa, in dem man sich in mit ätherischen Ölen getränktem Sand zu einer bereichernden Erfahrung und wohltuenden Behandlung eingraben lassen kann.
Bei deutlich moderateren Temperaturen, um die 28 Grad, bestaunen wir die großen Zelte, in denen jeweils zwei geräumige Zimmer oder besser Juniorsuiten untergebracht sind und bei denen massive, geschnitze Holztüren den Eintritt zum Zeltinneren freigeben. Mit einem komfortablen Bett mit Baldachinhimmel, geschnitzten, antiquarisch wirkenden Solitär- Möbeln und freistehenden Badewannen von goldenen Wänden gerahmt. Zwischen Empfangsdeck, Restaurant und Spa ein Pool von Sonnenschirmen umgeben, vor der Rezeption ein bereits gesatteltes Kamel, das im Anschluss an den leckeren Lunch, der sich hier als wahres Mekka für Streetfood Enthusiasten entpuppt, mit seinen Chicken Nuggets und saftigen Burgern, beritten werden soll. Oder eben auch nicht. Denn wie alle Kamele sträubt es sich zunächst ein wenig, sich zu erheben und zu Fotozwecken im Kreis zu laufen. Es wäre wohl lieber in die Weiten, der nun wieder in das Licht einer dramatisch untergehenden Sonne getauchten Wüste, spaziert. Doch daraus wird nichts. Denn es stehen bereits Quad fahren und Dune Bashing auf dem Programm. Abenteuer, die aus Entfernung betrachtet immer kinderleicht anmuten, wenn man aber drauf oder drinsitzt, in den Fahrzeugen, erhebliches Fahrkönnen und Kraft beanspruchen, möchte man sich mit seinem Gerät nicht seitwärts die Dünen hinab überschlagen, im tiefen, heute schweren Sand stecken bleiben sondern vielmehr endlich den Dünenkamm erreichen.
Infos unter  www.sahabresort.com

Newsletter